Wie der natürliche Werkstoff sogar den Weltraum erobert
Raketen, Weltraumforschung und Flüge ins All: Bei diesen Themen dürften die meisten von uns an futuristisch anmutende Raketen, „spacige“ Raumkapseln und Satelliten aus High-Tech-Materialien denken. Das aus gutem Grund: Die Anforderungen an die verwendeten Werkstoffe sind enorm und die eingesetzten Materialien müssen beispielsweise extremen Temperaturen sowie großen Krafteinwirkungen standhalten. Naheliegende Optionen sind daher Stahl, Titan und diverse andere Legierungen, die für ihre große Widerstandsfähigkeit und enorme Härte bekannt sind. Doch was ist mit Holz? Brächten wir im Gespräch mit Freunden die Idee ins Spiel, beim Bau von Weltraumfahrzeugen künftig auf diesen natürlichen Rohstoff zu setzen, hätten wir die Lacher wahrscheinlich schnell auf unserer Seite oder würden gefragt, ob wir einen im Fichtenspitzen-Tee hätten…
Aber handelt sich wirklich nur um eine fixe Idee? Mitnichten! Vielmehr hätten wir mit unserem Vorschlag demonstriert, dass wir absolut up to date sind, was die Weltraumforschung angeht. Materialwissenschaftlich gesehen hat sich hier nämlich eine kleine Revolution vollzogen. Wissenschaftler aus Japan haben genau das umgesetzt, was für Laien zunächst vollkommen unmöglich scheint: Sie haben einen Satelliten aus Holz gebaut und ins All geschickt. Am 5. November 2024 startete LignoSat, ein Kooperationsprojekt der Universität Kyoto mit dem Konzern Sumitomo Forestry, erstmalig in den Weltraum.
Wie kann man sich diesen Satelliten vorstellen? LignoSat wiegt lediglich 900 Gramm und besteht aus Honoki, einer japanischen Magnolienart. Gebaut wurde der Holzkubus mit Hilfe einer speziellen japanischen Konstruktionstechnik, die ohne Schrauben und Leim auskommt. Doch warum fiel die Wahl ausgerechnet auf den natürlichen Rohstoff Holz? Tatsächlich bietet Holz einige Vorzüge, die es für den Einsatz in der Raumfahrttechnik höchst interessant machen. So handelt es sich bei Holz um ein leichtes, aber dennoch starkes Material. Zudem ist Holz für Funkwellen durchlässig, wodurch es sich perfekt als Umhüllung für Antennen und Sensoren eignet. Laut Kenji Kariya, einem Manager des Forestry Tsukuba Research Institute, machen diese Eigenschaften Holz zu einem Werkstoff mit enormem Zukunftspotenzial. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte Kariya dazu: „Es mag zunächst altmodisch wirken, aber eigentlich zählt Holz zur modernsten Technologie, wenn es darum geht, dass sich unsere Zivilisation zum Mond oder Mars aufmacht. Die Expansion in den Weltraum könnte die Holzindustrie neu beflügeln.“
Mit dieser Einschätzung ist Kariya alles andere als allein. Sogar die Fachzeitschrift Nature sieht das enorme Potenzial der aktuellen Entwicklung und stellt bereits in den Raum, dass LignoSat eine neue Ära der Raumforschung einleiten könnte. Wie lässt sich das erklären? Und ist es wirklich möglich, dass ein Holzkubus mit einer Kantenlänge von nur 10 Zentimetern die Weltraumforschung revolutioniert? Die Chancen stehen tatsächlich gut. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Holz noch eine weitere Eigenschaft aufweist, die es für den Einsatz im Weltall prädestiniert. Im Gegensatz zu Satelliten aus Aluminium verglüht Holz beim Wiedereintritt in die Atmosphäre zum Beispiel vollständig. Das bedeutet, dass, anders als bei konventionellen Satelliten, keine schädlichen Metalpartikel freigesetzt werden. Der Wechsel auf Holz könnte somit eine neue, „grüne“ Ära der Raumforschung einleiten!
Was Holz sonst noch alles kann und welche erstaunlichen Qualitäten es aufweist? Am besten gleich hier im Blog weiterlesen oder in unserem OrganiQ Wood Shop vorbeischauen!

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